Jugend in der Eifel
www.intrinet.de Datum: 04. Februar 2013
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"Die Eifeler wollen möglichst viel Spaß haben"
Was die 16-jährige Kirsten Michels mal werden will, weiß sie noch nicht. Am liebsten hätte sie allerdings einen Beruf, bei dem sie viel in der Natur ist. Die
Jugendliche aus Nimsreuland hat sich an dem Buchrojekt "Jugend in der Eifel" der TV-Mitarbeiterin Bettina Bartzen beteiligt.
Sie fühlt sich in der Eifel wohl: Kirsten Michels aus Nimsreuland. TV-Foto: Bettina bartzen Bitburg/Nimsreuland. Junge Menschen aus der Eifel lieben ihre Heimat: Diese zentrale Erkenntnis aus einer Studie des Trierer Soziologen Professor Waldemar Vogelgesang war Ausgangspunkt für ein Buchprojekt der freien Fotografin und TV-Mitarbeiterin Bettina Bartzen.
Zwei Jahre lang hat sie an ihrem großen Fotoband "Jugend in der Eifel" gearbeitet und damit der wissenschaftlichen Arbeit ein Gesicht - oder besser: 58 Gesichter - gegeben. Heute stellt der TV die 16-jährige Kirsten Michels aus Nimsreuland vor, einem 108 Einwohner zählenden Ort in der Verbandsgemeinde Prüm. Im Folgenden die Worte von Kirsten Michels über ihr Leben als Jugendliche in der Eifel:
Ich möchte immer eine Verbindung zu meiner Heimat haben und will eigentlich auch nicht weg.
Die Stadt ist mal für einen Tag schön, aber auf dem Land gibt es mehr Freiheiten. Wenn man Hilfe braucht, ist immer jemand da. Die Eifeler wollen möglichst viel Spaß haben und sind ziemlich locker. Handwerker haben hier gute Arbeitschancen, weil es fast in jedem Ort einen handwerklichen Betrieb gibt. Da ich noch keine Idee habe, was ich mal beruflich werden möchte, mache ich erst einmal Abitur auf einer berufsbildenden Schule in Prüm. Den Abschluss kann mir keiner mehr nehmen. Auf jeden Fall sollte es später eine Arbeit mit den Händen sein oder in der Natur. Im Büro sitzen, das wäre nichts für mich. Seit sieben Jahren bin ich in der Gardetanzgruppe im Karnevalsverein Schönecken. Ich brauche die sportliche Betätigung.
Tanzen hat mir schon immer Spaß gemacht. Wir proben von September bis Karneval.
TV-Serie Jugend in der Eifel Im Sommer treffen wir uns seltener. Dann bin ich noch im Musikverein Schönecken. Zum Neujahrskonzert ist unser großer Auftritt. Durch meine Nachbarin habe ich das Instrument Altsaxofon kennen- und liebengelernt. Die Gemeinschaft der Leute ist einfach toll. Wenn ich
immer alleine zu Hause sitzen müsste, das wäre ja total langweilig.
Ich habe kaum noch Freizeit, in der ich wirklich gar nichts mache. Meine Freunde kommen mittlerweile von vielen umliegenden Dörfern, weil ich die Schule gewechselt habe. Wir verabreden uns über Handy oder SMS. Internet ist für mich nicht so wichtig, weil ich keine Freunde habe, die weiter weg wohnen. Wir sehen uns auch ohne Internet. Manchmal machen wir DVD-Abende oder gehen ins Kino nach Prüm. Abends spiele ich mit meiner Familie auch mal ein Spiel.
Wir haben in Nimsreuland ein sehr aktives Dorfleben für jede Altersgruppe. Das Martinsfeuer besuchen alle Kinder bis zur neunten Klasse. Zu ihnen kommt auch der Nikolaus persönlich ins Haus. Der Junggesellenverein organisiert das Hüttenbrennen. Alle Jugendlichen ab dem neunten
Schuljahr sind automatisch bis zur Hochzeit in diesem Verein. Momentan sind es ungefähr 15 Jugendliche bis 29 Jahre. Im Sommer treffen wir uns einmal die Woche in einem leerstehenden Haus oder auf der roten Bank - im Winter sind es weniger.
Das Sommerfest organisiert die Feuerwehr. Da helfe ich schon mal in der Sektbar aus. Wir haben auch ein Lebendkicker-Turnier. Der Frauenclub macht zweimal im Jahr ein Frühstück für alle Dorfbewohner im Gemeindehaus. Jeden Sonntag findet ein Frühschoppen statt. Aber da sind eher die Herren vertreten. Später hätte ich gerne eine Familie in der Eifel mit ein paar Tieren, wie Hunden, Katzen oder einem Pferd.
Das 144 Seiten umfassende Fotobuch "Jugend in der Eifel", gibt die Volkshochschule Bitburg- Prüm heraus. Es ist bei Seltmann und Söhne erschienen.
Preis: 22,90 Euro. Das Werk ist in den regionalen Buchläden erhältlich. Es kann beim Verlag unter www.seltmannundsoehne.de
bezogen werden.




